Der Schweizer Fast-Fashion-Händler Chicorée bringt rund alle zwei Wochen mehrere hundert Kleidungsstücke in den Verkauf. Aufgrund dieses häufigen Sortimentswechsels war es bisher nicht möglich, sämtliche Artikel mit Models zu fotografieren.
Dank den rasanten Fortschritten bei multimodalen KI-Modellen, die Bild und Text gemeinsam verarbeiten, konnten wir Chicorée dabei unterstützen, neue Kollektionen mit KI-generierten Models zu präsentieren.
Unser Ziel: Nahtlose Integration in bestehende Prozesse von Chicorée
Zu Beginn haben wir gemeinsam mit Chicorée den Publikationsprozess für neue Kleidungsstücke auf den digitalen Kanälen analysiert. Dabei folgt das digitale Abbild eines Kleidungsstücks den Spuren seines physischen Vorbilds: Nach dem Fotografieren in Dietikon werden die Aufnahmen nach Indien übermittelt und dort freigestellt. Trotz der Leistungsfähigkeit moderner KI-Modelle liefert die manuelle Freistellung durch Menschen nach wie vor die präziseren Ergebnisse. Bisher wurden diese freigestellten Produktbilder anschliessend direkt in den Onlinekanälen veröffentlicht.
Chicorée wünschte sich, die Kleidungsstücke zukünftig von Models präsentieren zu lassen. Dafür entwickelten wir ein Tool, das wie ein digitales Fotostudio funktioniert. Alle Elemente eines echten Shootings sind als Bausteine hinterlegt: Models, Posen, Hintergründe und Bildstil.
Das Team von Chicorée lädt die freigestellten Produktbilder hoch, kombiniert sie zu Outfits und wählt die gewünschten Models aus. Wenige Minuten später stehen fertige Bilder in verschiedenen Posen und einem einheitlichen Look bereit. Die Ansteuerung der KI übernimmt das Tool im Hintergrund. Bedienen kann es jeder Mitarbeitende, ohne Einarbeitung oder Prompt-Kenntnisse.
Die Bildgenerierung für Chicorée funktioniert im Grundsatz wie in einem KI-Chat: Ein Produktbild wird hochgeladen und mithilfe eines Prompts bearbeitet. Unser Tool ergänzt diesen Prozess um vordefinierte Prompt-Leitplanken, sodass ein KI-Modell grosse Mengen an Produktbildern nach festen Regeln und in einem konsistenten Look generiert.
Der grösste Nutzen liegt in der einheitlichen Bildsprache. Dank fest definierter Bausteine bleibt sie über Tausende von Bildern hinweg konsistent, sodass alle Aufnahmen wirken, als wären sie im selben Fotoshooting entstanden.
Bis auf Weiteres wird jedes Bild von einem Mitarbeitenden von Chicorée überprüft, erst danach wird es für die Kommunikation freigegeben.
Die Wirkung im digitalen Raum
Die Product Listings im Google Merchant Center wurden ebenfalls mit den KI-generierten Bildern ergänzt. Dabei zeigt sich, dass diese auf mehr Resonanz stossen. Im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 14. Juli 2026 verzeichnete Chicorée im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 26 % mehr Klicks und 25 % mehr Impressionen.
Vergleich Produktgrid mit alten Produktfotos und neuen KI-Bildern
Der Ausblick: Videosequenzen und Integration in das PIM
Als Nächstes werden wir die Generierung um Videosequenzen erweitern. Zudem soll die Erstellung der Assets im kommenden Jahr weiter automatisiert werden. Dies ist Teil der Einführung eines PIM-Layers für die Verwaltung der Produktstammdaten. Bereits seit einigen Jahren setzen wir Generative KI ein, um Produktattribute zu generieren und Produktdaten automatisiert zu strukturieren.
Chicorée setzt für seine Lookbooks weiterhin auf Shootings mit echten Models. Ziel der KI-generierten Bilder ist es, das Grundsortiment im Web ansprechender zu präsentieren.
5’000
Bilder werden pro Monat generiert